Neun magische Orte
Neun magische Orte
in Ostösterreich entdecken

Wandern durch den mystischen Herbst

Relikte, Rituale oder Rundblick beim Wandern im goldenen Herbst: Wir haben neun spezielle Vorschläge für Sie!

Die Sprache der Bäume

Dass bei so einem klingenden Namen wie “Am Himmel” (W) Spirituelles gepflegt wird, liegt nahe. Der Lebensbaumkreis geht mit seinen zwei Ringen – die Jahreszeiten-Bäume Eiche, Birke, ­Ölbaum und Buche bilden den inneren – auf die Kelten zurück. Jeder findet unter den 40 Exemplaren seinen Lebensbaum, eine Art wachsendes Sternzeichen. Der Besuch am „Himmel“ lässt sich gut mit einem Abstecher zur Sisi-Kapelle und am Wochenende mit einem Frühstück im „Oktogon“ verbinden.

Kraft der Wackelsteine

Man muss nicht unbedingt an Strahlenfühligkeit („Radiästhesie“) glauben, um zu den Kraftplätzen der Waldviertler Stadt Groß Gerungs zu wandern. Der uralte Kierlingstein, in dessen natürlicher Höhlung sich Wasser sammelt, beeindruckt auch so. Mutige kosten einen Schluck, denn der Legende nach ist dieses Wasser am Kultplatz ein Schönheitsgeheimnis. Eine weitere Foto-Gelegenheit auf dem Weg lieben Kinder: die „Weltkugel“, ein 500-Tonnen-Rundling mitten im Wald.

Herbstliche Stille am Wald-See

Der Obersee in Lunz/See (NÖ) ist die zweieinhalb Wegstunden vom Schloss Seehof wert. Die See-Insel wirkt so weit weg vom stressig-digitalen Alltag wie nur möglich. Wer weniger Kondition mitbringt, erreicht in nur 60 Minuten den Mittersee. Allerdings verpasst man den spektakulären Ludwigfall und den unterirdisch im Karst rauschenden zweiten Wasserfall „Brüllender Stier“. Stärkung (Stosuppe, Luzifer-Würstel) und Obdach bietet bis 17. Oktober die Ybbstalerhütte.

Das Versteck der Kelten

Ein Western-Fort in den Wäldern der Buckligen Welt? Nein, die keltische Wallanlage in Schwarzenbach (NÖ) ist eine Rekonstruktion am ursprünglichen Siedlungsort. Wo heute Stille regiert, stand vor 2.200 Jahren eine der größten „Städte“ des Ostalpenraums. Handelswege wurden von hier kontrolliert. Der „Burgberg“ von Schwarzenbach wirkt aber bis heute geheimnisvoll, wenn man durch den Hohlweg wandern geht. Freitag bis Sonntag hat dort auch das Turmcafé ­geöffnet.

Geister-Frau und Hollywood

Mit 26 Sichtungen ist die „Weiße Frau von Bernstein“ eine der am besten dokumentierten Spuk-Gestalten Österreichs. Auf der Burg in Bernstein (B) wurde auch der „Englische Patient“ und Wüstenforscher László Almásy geboren – seine Familie stellt auch heute noch die Besitzer. Führungen gibt es heuer keine mehr, allerdings kann man den mystischen Ort bei Konzerten im Herbst (Oktober) erleben. Oder man bucht eines der neun Zimmer im Burghotel. Wird auch die „Weiße Frau“ erscheinen?

Relaxt über der Stadt

An das alte Wien erinnern am Weg von der U3-Endstation der Friedhof, die „Villa ­Aurora“ und natürlich das Schloss Wilhelminenberg. Die Jubiläumswarte aus dem Jahr 1956 hingegen ersetzte ihre Vorgänger aus Metall und Holz – die ursprüngliche Konstruktion zum 50-jährigen Regierungsjubiläum ­Kaiser Franz Josephs. Der Blick über Wien von der 31 Meter hohen Betonkonstruktion regt die Fantasie aber auch heute noch an – und ist auch per Bus (52B) erreichbar.

Schauriges in der Festung

Tempelritter, die mordende „Blutgräfin“ Elisabeth Báthory, Dracula und jede Menge echter Fledermäuse – die Burg Lockenhaus bietet eigene Themenführungen mit reichlich Schauermomenten. Denn sie alle waren Teil der bis ins Jahr 1200 zurückreichenden Geschichte der stimmungsvollen Festung im Mittelburgenland. Aber keine Angst: Zum heiteren Ausklang gibt es die Gstanzln von Minnesänger Rudi beim rustikalen Ritteressen ohne Besteck. 

Über Reben schweben

Nicht alle magischen Orte müssen auch uralt sein – wie der erst 13 Jahre alte „Weinblick“ in Eisenberg (B) beweist. Die Holz-Glas-Konstruktion mitten in den Rotwein-Rieden des Burgenlands scheint fast zu schweben. Und wie aus der Vogelperspektive sieht der Wanderer vom Pinkatal aus bis zur steirischen Riegersburg, ja sogar zur Koralpe in Kärnten, wenn die herbstliche Sicht optimal ist. Ein Besuch in den Kellern und Heurigen der Weinidylle wärmt danach wieder auf!

„Transleithanien“ im Blick

Ob man von der Wallfahrtskirche Loretto startet oder von Eisenstadt, ist Geschmackssache. Die geschichtsträchtige Grenze, die in der K.-u.-k.-Monarchie „West-Ungarn“ von Österreich trennte, lässt sich von beiden Seiten erwandern. Höhepunkt im wahrsten Sinne ist die Buchkogelwarte auf 443 Metern Höhe. 1993 vom Österreichischen Touristenklub (Sektion Eisenstadt) neu erbaut, bietet sie einen Blick, der vom Schneeberg bis in die Slowakei reicht.