Sternderl schaun
Sternderl schaun
Star-Astrologin Gerda Rogers

Gerda Rogers: Österreichs funkelnster Stern am Astro-Himmel

Sie zählt zu den bekanntesten Astrologinnen im deutschsprachigen Raum und ist die am meisten gegoogelte Frau Österreichs: schau traf Gerda Rogers (78) zum Talk über Astrologie und Schicksal. Dabei verriet sie uns, wie die Sterne uns den Weg weisen, die neue Bundesregierung beflügeln und sogar das Weltklima beeinflussen können.

Wohin sind nur all die Autos verschwunden? Dieser Gedanke kommt mir augenblicklich in den Sinn, als ich durch die engen Gassen in Baden bei Wien zu meinem Interview mit Gerda Rogers steuere. Hier will ich erfahren, was uns die Astrologie heuer mit auf den Weg durchs Jahr geben will. Bergauf geht es durch eine schmucke Villengegend, die unterhalb des beliebten Ausblickspunkts Faberhöhe malerisch am westlichen Rand der berühmten Kurstadt vor den Toren der Hauptstadt liegt.

Hier reiht sich ein imposantes Domizil ans nächste. Zwischen viel Wow entdecke ich allerdings auch so manches Au. Die Regel „Geschmack kann man nicht kaufen“ findet hier eindeutig wieder einmal Bestätigung. Vor knapp 20 Jahren hat Gerda Rogers hier durch Zufall, eine Zeitungsannonce und das Schicksal haben sie gelotst, ihr Traumgrundstück entdeckt und spontan beschlossen, ein Haus zu bauen. Gesagt, getan – und so wurde 2002 der Lebensmittelpunkt vom Linzer Pöstlingberg nach Baden verlegt.

Zuerst einmal Vögel füttern

Als ich aus dem Auto steige, entdecke ich gleich die zierliche blonde Gestalt im Garten. „Guten Morgen, Frau Rogers, darf ich schon reinkommen? Ich bin ein bisschen früher dran“, rufe ich ihr zu. „Ja, natürlich. Ich habe nur noch schnell meine Vögel gefüttert.“ Clemens Trischler, Buchautor und „Ziehsohn“ von Gerda Rogers, öffnet die Türe. Gemeinsam mit Rogers hat der Autor und Künstlermanager 2018 die Biografie „Gerda Rogers – Ein Leben mit den Sternen“ geschrieben. Das Buch wurde, wenig überraschend, zum Bestseller. Das ist kaum verwunderlich, denn was die Starastrologin anfasst, wird meistens zum Erfolg. Eigentlich wenig verwunderlich bei dem guten Draht zu den Sternen.

Im Wohnsalon im ersten Stock, durch die großen Fenster hat man einen traumhaften Blick in Richtung Leithagebirge und über die Kurstadt, folgt eine herzliche Begrüßung. Gerda Rogers, ganz in Cremetönen gekleidet und bestens gelaunt, erzählt gleich munter drauflos. Über die Geschichte des Hauses, ihre Liebe zum Garten und für Hunde. Ihr ­eigener hat die Erde leider bereits verlassen, Hundeplatzerln gibt es trotzdem mehrere im Haus.

„Heute habe ich nur mehr Gasthunde“, erzählt Gerda Rogers. „Mich besucht immer wieder der Hund vom Thomas Kamenar oder die Shirley von meiner besten Freundin Chris Lohner. Demnächst ist die Chris wieder in Jamaica und da bleibt die Shirley bei mir. Die will nachher meist gar nicht mehr nach Hause. Für mich ist es auch toll, denn ein eigener Hund käme in meinem Alter und bei
meinen vielen Terminen nicht mehr in Frage.“

Ein echtes Neujahrsbaby

Als Neujahrsbaby feierte Gerda Rogers am 1. Jänner ihren 78. Geburtstag – und den sieht man ihr definitiv nicht an. „Schauen Sie, ich habe nie viel getrunken, nicht geraucht und auch die Sonne nicht zu exzessiv genossen.“ Mit Erfolg, wie man eindeutig sieht.

Seit knapp drei Jahrzehnten präsentiert Gerda Rogers auf Österreichs größtem Radiosender Ö3 ihre „Sternstunden“. War das ein Erfolg, der sich absehen ließ? „Nein, den konnte auch ich nicht durch die Sterne sehen. Wir haben damals gesagt: ,Wir probieren’s, schauen wir, ob’s ankommt.‘ Tja, das Interesse war da.“ Den Beruf Astrologin hat Gerda Rogers übrigens erst später in ihrem Leben gewählt. Gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester Renate betrieb sie davor ein Modegeschäft. Wie kam überhaupt das Interesse fürs Thema Sternenkunde? „Ich bin ein Steinbock mit einem Skorpion-Aszendenten, und der Skorpion hat einen Hang zu Mystik. Das Unerforschte interessiert ihn. Schon als junges Mädchen bin ich auch gern zu Kartenlegern gegangen. Ich habe dann in Amerika gelebt und sehr lange in Rom, und da war ich wahrscheinlich auch wieder in so einer großen Lebensumstellungsphase, und da wirst du ja eine Suchende. In Amerika war ich einmal bei einer Astrologin und die meinte: ,Machen Sie es sich doch selbst. Sie haben da so eine Astrologenkonstellation. Es wundert mich nicht, dass Sie bei mir sind.‘ Da hat es bei mir Klick gemacht.“

Zurück in Italien setzte Gerda Rogers das Vorhaben in die Tat um. „In Rom folgten dann die ersten Versuche. In Italien war die Astrologie schon sehr salonfähig, was sie ja bei uns hier gar nicht war. Ich war bei Astrologiekongressen und habe mir das einmal angehört. Das war zwar ein bisserl schwierig in italienischer Sprache, aber es ist gegangen. Es hat mein Interesse geweckt. Später habe ich dann Michael Roscher kennengelernt. Er war einer der Pioniere der modernen Astrologie in Deutschland. Er hat viele Bücher geschrieben und ist leider verstorben inzwischen. Er hat mich dann auch besucht, und wir haben immer so nette Talks gehabt. Auf einmal bin ich draufgekommen, und das hat er auch festgestellt, wahrscheinlich mein Steinbock, dass ich in der Deutung so gut war. Er war super in dieser psychologischen Astrologie, was natürlich das Grundthema ist. Ich wollte aber immer wissen, wie geht das weiter? Was kommt da raus? Und da hat er gesagt: ,Also, du bist sensationell darin, die Zusammenhänge zu erfassen, die Dinge realistisch, nüchtern zu sehen, auch die Vergangenheit und den weiteren Weg.‘ Ja, das war’s. Dann habe ich mich natürlich wirklich in die As­trologie hingearbeitet und dahintergeklemmt.“

Einstieg mit viel „Harmony“

Der Erfolg ließ dann nicht lange auf sich warten, erinnert sich Gerda Rogers. „Damals kamen alle zu mir und sagten: ,Du, schau mir mal nach, du kannst das doch.‘ Dann kam der ORF in Linz auf mich zu. Die hatten eine Serie, die hat ,Harmony‘ geheißen. Da war mal ein Astrologe, ein Homöopath, ein Kartenleger, ein Hellseher zu Gast. Die haben mich dann einmal eingeladen, und ich war die Erste, die das in Österreich gemacht hat: Menschen, die ich nicht kenne, die mich anrufen und nach dem Horoskop fragen können. Das hat ja wirklich eingeschlagen wie eine Bombe. Das Landesstudio meinte dann: ,So eine Resonanz auf eine Sendung haben wir noch nie bekommen.‘ Dann kam ein Moderator, der bei Ö3 immer das Nachtradio gemacht hat, zu mir und sagte: ,Machen Sie doch bei uns einen Nachtflug auf Ö3. Wollen Sie das einmal probieren?‘ Ja, sag ich, ich komme. Das hat auch so eingeschlagen, dass Ö3 gesagt hat: ,Eigentlich müssten wir da ja ein Format draus machen, eine Sendung. Dann ist die Sendung ,Sternstunden‘ entstanden, und keiner hat gewusst, wie lang es geht. Probieren wir’s mal. Vielleicht läuft’s ein Jahr, zwei Jahre, schauen wir’s uns an. Inzwischen sind es 28 Jahre, und das Interesse ist nach wie vor da. Ich würde sogar sagen, bei der Jugend steigend.“

Jugend im Bann der Sterne

Mittlerweile erobern Astro-Emojis und Sterndeutungs-Apps auch die Smartphones der jungen Generation. Warum das Thema „Sternderl schauen“ bei den Jungen so gut funktioniert, liegt für Gerda Rogers auf der Hand: „Ich glaube, dass sie durch diese vielen Einflüsse über die modernen Medien irgendwie schon nicht mehr wissen, wo es lang geht. Sie sind Suchende geworden. Ich sehe auch, dass sie nicht nur wegen Liebesgeschichten zu mir kommen. Sie kommen zu mir und sagen: ,Jetzt möchte ich einmal von Ihnen wissen, wo sind denn meine Begabungen, meine Talente? Was soll ich beruflich machen?‘ Berufsentscheidung über die Astrologie. Die Jugend braucht wieder eine gewisse ­Linie, eine Geborgenheit. Dass ihnen jemand sagt, wo der Weg lang geht. Da ist die Astrologie natürlich irgendwie so eine Stütze, eine Hilfe, weil tun musst du es ohnehin selber.“

Was kann die Astrologie eigentlich in unserem Leben leisten? „Sie gibt eine Richtung vor. Das Horoskop, glaube ich, kann eine Zeitabkürzung sein, eine Lebenslandkarte. Wo stehe ich? Welchen Weg muss ich jetzt gehen? Wenn ich heute ein Wissender bin, dann werde ich sicher mit einer Situation besser umgehen können, als wenn ich mit dem Auto einfach ohne Landkarte losfahre. Dann irre ich herum“, erklärt Gerda Rogers.

Der Mond als Jahresherrscher

2020 steht übrigens im Zeichen des Mondes, und dieser mächtige Planet wird uns laut Gerda Rogers heuer alle besonders beeinflussen. „Ich schau mir immer im Horoskop die Mondposition an. Der Mond ist auch die Seele, die Wahrnehmung. Wie steht die? Ist die etwas problematisch, etwas depressiver, melancholischer gelagert? Oder forsch und über Bord gehend? Das gibt es ja auch bitte, und das ist auch nicht gut.“ Aber nicht nur unsere Gefühlswelt sieht Gerda Rogers heuer besonders beeinflusst, auch das Klima wird vom Mond diktiert. „Ich bin sicher, dass der Mond auch mit dem Klima zu tun hat. Weil Mond, Erde und Kosmos zusammenhängen. Wasser, Ebbe und Flut. Der Mond beeinflusst auch das Wetter. Auch diese ganze Klimaveränderung hängt damit zusammen.“

Weil wir selbst emotional achtsamer werden, verwundert es Rogers auch nicht, dass Phänomene wie Fridays for Future jetzt so erfolgreich sind. Das Klimaproblem rückt immer stärker in den Fokus. „Es wird uns bewusster. Die Erde ist ja ein Steinbock, und da stehen jetzt der zerstörerische Pluto drinnen und der Saturn. Der Saturn hat dieses Thema jetzt an die Oberfläche gebracht. Das waren ja auch diese fürchter­lichen Wetterkapriolen, die Hitze, diese Stürme und Brände. Ich glaube, da ist jetzt einiges bewusst geworden. Der Mond repräsentiert ja auch den Menschen und das Volk, und wir sollen jetzt halt einmal wachsam werden, um das wieder besser in den Griff zu bekommen. Man geht wieder an die Wurzel, wird wieder realistischer. Du siehst die Natur wieder besser. Du baust wieder mehr an, pflegst die Natur wieder mehr. Also, das ist sicher jetzt ein Thema geworden.“

Kurz und Kogler? Ein gutes Team!

Das Thema Klima ist eines, das auch unsere neue türkis-grüne Bundes­regierung beschäftigen wird. Wie stehen eigentlich die Sterne für Bundeskanzler Sebastian Kurz? „Ich habe das schon letztes Jahr gesehen, wie dieser Crash war. Der geht besser raus, noch besser. Ich habe auch viele Freunde, die in seinem Team arbeiten, denen habe ich gesagt: ,Ihr braucht keine Angst haben, ihr gewinnt das Haushoch.‘ Denn es stimmt auch die Linie, die er geht. Er ist jung, er ist dynamisch. Man soll ja in der Politik auch mal die jungen Leute ans Ruder lassen. Er hat super Sterne und hat auch sehr ruhig und überlegt, wie die Jungfrau halt ist, diese Attacken über sich ­ergehen lassen. Ich finde, dass die Jungfrau sehr bodenständig und realistisch ist, auch ein sehr wirtschaftliches Sternzeichen. Das ist gar nicht schlecht für Österreich, dass jetzt ein junger Jungfrau-Kanzler das Land führt. Österreich ist ja ein Skorpion mit Aszendent Stier, und da passt das ganz gut zusammen.“ Und was halten die Sterne für Vizekanzler Werner Kogler parat? „Der Vizekanzler, der Herr Kogler, ist ein Skorpion, und die haben jetzt auch sehr gute Sterne. Dass er jetzt dieses Umweltthema vertreten muss, das passt ja wirklich in die Zeitqualität genau hinein. Hier ist die Wirtschaft, die Jungfrau, dort der Skorpion, das Mystische, Verändernde, mit der Natur Verbundene, und den haben wir jetzt als Vizekanzler. Ich finde: ein gutes Team.“

Gute Vorsätze machen nur bedingt Sinn

Dann wäre natürlich noch die Sache mit den guten Vorsätzen. Wie hält es die Star-Astrologin damit? „Zwänge bringen gar nichts. Zur mir kommen vielen Leute und fragen: ,Können Sie mir jetzt einmal einen Zeitpunkt sagen, wann ich abnehmen oder zum Rauchen aufhören soll? Ich glaube, es muss in jedem selbst drinnen stecken: Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, ich will mein Leben ändern. Das muss in dir wachsen, da muss der Zeitpunkt reif sein.“

Auch wenn rund um den Jahreswechsel Hochsaison in Sachen As­trologie herrscht, so bleibt doch eines Fakt: Es gibt auch viele Kritiker, die den Blick in die Sterne als Mumpitz abtun. Gerda Rogers sieht das pragmatisch: „Erstens einmal braucht keiner zum Astrologen gehen. Es ist ja mein freier Wille. Ich kann mir das einmal anhören und mir ein Bild machen. Ist es was, ist es nix? Das Problem ist natürlich auch, dass manche Menschen oft mit einer sehr großen Erwartungshaltung zum Astrologen gehen und glauben, ihr Leben ändert sich im Moment. Ich bin die Gerda Rogers, und ich kann morgen auch nicht die Liz Taylor werden. Die Möglichkeit gibt es nicht, verstehen Sie? Es muss ja in meinem Rahmen drinnen sein. Es gibt Menschen die ein unglaublich interessantes, umwerfendes Schicksal haben, und dann gibt es auch noch Menschen, deren Leben recht ruhig dahingeht. Wo man sagt: ,Angenehm, aber langweilig.‘ Es soll sich’s jeder anschauen und sich selbst eine Meinung bilden. Wogegen ich mich ein bisserl wehre, ist andere dafür zu verurteilen, dass sie zum Astrologen gehen. Das ist auch nicht richtig. Wir haben doch alle einen freien Willen.“

Sterne für Gerda Rogers

Bleibt zum Schluss noch die Frage nach den eigenen Sternen. Wie sieht es 2020 für Gerda Rogers aus? „Ich habe heuer den Jupiter auf meiner Sonne stehen. Ich bin ein Steinbockkind. Der Jupiter raste ja im Dezember auf meine Sonne zu, und auf einmal wurde ich zur Google-Königin erkoren: die meistgegoogelte Frau Österreichs. Da habe ich mir nur gedacht: ,Ah, schau‘. Ich freue mich auch, dass ich arbeiten kann, in erster Linie, dass ich gesund bin. Ich bin ja auch nicht mehr die Jüngste. Ich habe ein Leben mit netten Menschen und Gesundheit und warte auf die schönen Dinge, die noch kommen. Ich glaube, ich werde noch einmal ein Buch schreiben. Die Gedanken sind schon da. Die entstehen ja auch unter Jupiter. Und sonst einfach brav leben und hoffen, dass die Welt noch lange besteht. Er ist so schön, der Planet Erde. Mehr will ich nicht.“

Wer ist Gerda Rogers?

Geboren wurde Gerda Rogers am 1. Jänner 1942 in Mährisch Schönberg in Tschechien. Sie lebte lange in Linz und moderiert seit 1991 die Astrologie-Sendung Sternstunden auf Ö3. Heute zählt sie zu den bekanntesten Astrologinnen im deutschsprachigen Raum. Sie ist zwei Mal geschieden, hat einen Sohn aus erster Ehe hat und eine eineiige Zwillingsschwester. Heute lebt sie in Baden bei Wien.

Gerda Rogers: Ein Leben mit den Sternen

In einer unterhaltsamen Rückschau gibt Gerda Rogers Einblick in die Geheimnisse ihres abenteuerlichen Lebens, das stets begleitet war von der Macht der Sterne.

Von Gerda Rogers und Clemens Trischler, 180 Seiten, erschienen im Goldegg Verlag, 19,95 Euro, ISBN 9783990600627