Das Burgenland
Das Burgenland
also Bio-Vorzeigeregion

Für Astrid Eisenkopf steht Bio an erster Stelle

Bio als Trumpf: Agrarlandesrätin Astrid Eisenkopf hat konkrete Pläne für regionalen Genuss. Wie sie das Burgenland zur Bio-Vorzeigeregion machen möchte, verriet sie schau in entspannter Atmosphäre beim Kekserlbacken. 

schau: Neuer Name, alte Stärken? Genuss Burgenland wird zu Bio-Genuss: Was ist, abgesehen von der Bezeichnung, in Zukunft anders? Welche Schwerpunkte wird es geben?

Astrid Eisenkopf: Wir haben im Burgenland im letzten Jahr die Bio-Wende eingeleitet. Mein Ziel ist, dass das Burgenland zur Region mit der höchsten Lebensqualität im Land wird. Unsere Kinder sollen in einer gesunden Umwelt und mit gesunden Lebensmitteln aufwachsen können. Daher gilt es, den Anteil an biologischen Lebensmitteln in den nächsten Jahren auszubauen.

Es geht hier stark darum, das Thema Bio in den Köpfen der Burgenländerinnen und Burgenländer zu verankern und die Identität für burgenländische Produkte und Bioprodukte erkennbar zu machen. Daher wird das Burgenländische Genuss- und Agrarmarketing neben der bestehenden Marke „Genuss Burgenland“ die neu Marke „Bio Genuss Burgenland“ führen. Wir wollen damit einen konsequenten und nachhaltigen Erfolg in der Vermarktung regionaler (Bio-)Lebensmittel erreichen. Wir helfen dabei Betrieben in der gesamten Vermarktung bzw. bei Marketingaktivitäten wie Organisation von Messen, Märkten und verschiedensten Produktpräsentationen. 

Noch heuer soll ein praxistaugliches Konzept für eine Bio-Vermarktungsgesellschaft präsentiert werden. Wie soll diese aussehen? Welche Vorteile erhoffen Sie sich davon? Wie profitieren Biolandwirte davon?

Astrid Eisenkopf: Um eine nachhaltige Versorgung der burgenländischen Bevölkerung mit biologischen und regionalen Lebensmitteln sicherzustellen, sollen kurze Versorgungsketten in der Produktion und die Vermarktung von Bio-Lebensmitteln aufgebaut werden. Durch den Wegfall von Zwischenhändlern können hochwertige biologische Lebensmittel zu fairen Preisen angeboten werden.

Bis 2021 wird ein praxistaugliches Modell für eine burgenländische Bio-Vermarktungsorganisation erarbeitet und Schritt für Schritt umgesetzt. Im ersten Schritt werden kurze Versorgungsketten für burgenländische Bio-Erzeugnisse zwischen Produzenten und Gemeinschaftsverpflegung realisiert. In weiterer Folge soll die Vermarktungsgesellschaft auch gegenüber Endverbrauchern aktiv auftreten und etwa 24-h-Shops im Burgenland eröffnen. Damit werden neue Ertragschancen für Biobauern eröffnet. 

Das Burgenland hat mit rund 31 % einen der höchsten Bio-Anteile in Österreich. Die Machbarkeitsstudie „Bioland Burgenland“ sieht unter anderem 50 % Bio-Flächenanteil im Burgenland bis 2027 vor. Welche Aktionsfelder werden definiert? Wie wird sichergestellt, dass die gesteckten Ziele erreicht werden?

Astrid Eisenkopf: Wir brauchen eine zeitgemäße Agrarpolitik. Die Corona-Krise hat uns gezeigt, dass regionale Lebensmittel in Bioqualität von den Konsumenten geschätzt werden. Auf diesen Zug müssen wir aufspringen und das haben wir getan. Durch die Vorreiterrolle des Burgenlands konnten die Bio-Flächen im Burgenland innerhalb eines Jahres um über 9 % auf 37 % erhöht werden Wir haben damit die höchste Steigerungsrate in ganz Österreich.

Unser Bio-Ziel ist eine Ausweitung des Bio-Flächenanteils auf 50 % bis 2027. Damit uns das gelingt, begleiten wir natürlich die „Bio-Wende“ auch wissenschaftlich. Die Studie belegt in eindrucksvoller Weise nicht nur die Machbarkeit des ambitionierten Programms. Sie zeigt auch den wichtigen Beitrag, den diese Umstellung für die Verringerung von Treibhausgas- und Nitratemissionen, den Pestizideinsatz und für die Verbesserung von Biodiversität, Ernährung und Gesundheit leistet. Die bessere Klimabilanz von Bioprodukten entsteht in der Regel am landwirtschaftlichen Betrieb durch die ressourcenschonende Produktionsweise. Hinzu kommt, dass Bio und Regional oftmals Hand in Hand gehen und damit auch durch geringere Transportwege weitere Treibhausgasemissionen eingespart werden. 

Für den Umstieg auf Bio winkt eine Betriebsförderung. Wer kann einreichen, welche Bedingungen sind zu erfüllen? Und wie wird das Angebot bisher angenommen?

Astrid Eisenkopf: Landwirte bzw. landwirtschaftliche Betriebe, die auf Bio umstellen wollen, können einreichen. Das Angebot dieser Förderung wird sensationell angenommen. Wir konnten bereits über eine Million Euro an die Landwirte im Zuge dieser Förderinitiative auszahlen. Aufgrund der großen Nachfrage haben wir den Fördertopf zwei Mal aufgestockt und zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt.

Diese Betriebsförderung ist ein Paradebeispiel, wie biologische Landwirtschaft forciert werden kann. Sie zeigt aber auch, dass wir mit dieser Bio-Landesförderung auf dem richtigen Weg sind. Unsere Landwirte sind durchaus bereit auf Bio umzustellen. Das Burgenland hat den Bio-Trend rechtzeitig erkannt und schnell Lösungen und Initiativen gesetzt. Die Einführung der Bio-Landesförderung war dringend notwendig. Ich bin überzeugt, dass diese Bio-Initiative des Landes einen gewissen Paradigmenwechsel in der burgenländischen Agrarpolitik eingeleitet hat. Jetzt heißt es, die Bio-Wende im Burgenland weiter voranzutreiben – für unsere Gesundheit und für die Gesundheit unserer Kinder! 

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Rezept für burgenländische Teekrapferl finden Sie im aktuellen schau-Magazin.