Burgenland
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Vorbild für sauberen Strom

Astrid Eisenkopf: Ausbau erneuerbarer Energien im Burgenland

Das Burgenland geht den Ökostrom-Weg: Schon jetzt gilt das Bundesland als Vorbildregion für erneuerbare Energie. In Zukunft soll Photovoltaik neben Windkraft zum zweiten Standbein in der burgenländischen Energieversorgung werden. Landeshauptmann-Stellvertreterin und Klimaschutzlandesrätin Astrid Eisenkopf arbeitet intensiv an einem Gesamtkonzept.

schau: Das Burgenland gilt als Musterschüler in Sachen erneuerbare Energie. Wie soll diese Position auch in Zukunft beibehalten werden?
Astrid Eisenkopf: Wir haben eigens für das Burgenland eine Klima- und Energiestrategie entwickelt, mit der der Weg für ein klimafittes Burgenland bis 2050 geebnet werden soll. Die Strategie umfasst die Bereiche Mobilität, Bauen und Raumplanung, die Landwirtschaft, den Ausbau der erneuerbaren Energie, die Forschung und auch die Bewusstseinsbildung. Die burgenländische Klima- und Energiestrategie ist ein umfassendes Maßnahmenpaket, mit dem wir einen konkreten Fahrplan vorlegen, wie wir unser Ziel, bis 2050 klimaneutral zu werden, erreichen wollen. Dadurch soll ein wesentlicher Beitrag zur Eindämmung der globalen Klimaerwärmung auf maximal 2 °C geleistet werden.

Bereits seit dem Jahr 2013 produziert das Burgenland als erste Region Österreichs mehr Strom aus erneuerbaren Quellen als im Burgenland verbraucht wird. Somit sind wir bereits seit rund sieben Jahren rechnerisch stromautark. Klimaneutralität geht noch einen Schritt weiter und bindet sämtliche Energieverbraucher ein. Ziel ist somit, bis 2050 im Jahresschnitt genau so viel Energie im Burgenland zu produzieren, wie verbraucht wird. Dies erreichen wir im Burgenland einerseits durch den konsequenten Ausbau von erneuerbaren Energieträgern wie beispielsweise durch Wind- und Photovoltaikanlagen und andererseits durch den Einsatz energieeffizienterer elektrischer Geräte, besser gedämmte Häuser und den Ausbau des Personennahverkehrs sowie die Nutzung von Elektrofahrzeugen im Straßenverkehr. Alle Zielsetzungen unterliegen jedoch vier wesentlichen Zielebenen, die sich aus den Bereichen der ökologischen Nachhaltigkeit, der sozialen Verträglichkeit, der Versorgungssicherheit und der Wettbewerbsfähigkeit zusammensetzen. 

Landesrätin Astrid Eisenkopf

Welche Investitionen sind in Windkraft und Photovoltaik geplant?

Die Energie Burgenland, als bedeutendster Energieversorger im Burgenland, plant, in den kommenden Jahren den Ausbau im Bereich Photovoltaik und Windenergie massiv voranzutreiben. So soll beispielsweise die Stromproduktion aus Sonnenenergie verzehnfacht werden. Im Bereich des Ausbaus der Windenergie setzen wir vorwiegend auf das Repowering, bei dem bestehende Windkraftanlagen durch leistungsstärkere Anlagen ersetzt werden. Dadurch soll trotz Reduktion der Anzahl der Windkraftanlagen, die Stromproduktion mittelfristig um 25 Prozent steigen. In Zahlen gefasst bedeutet dies, dass alleine in die Modernisierung der Windparks seitens der Energie Burgenland in den kommenden Jahren rund 230 Millionen Euri investiert werden.

Das Burgenland als Sonnenland – was ist in Sachen PV noch möglich? Stichwort: wie viel Haushalte könnten in Zukunft versorgt werden bzw. welche Förderungen sind geplant?

Derzeit arbeiten wir intensiv an einem Gesamtkonzept für den Ausbau der Photovoltaikenergie im Burgenland. Zu diesem Maßnahmenbündel zählen unter anderem Investitionsanreize durch Fördermodelle für Private, Unternehmen und Gemeinden. Um die ambitionierten Ziele im Bereich des Ausbaus von Sonnenenergie erreichen zu können, wird auch die Errichtung von PV-Anlagen auf Freiflächen notwendig sein. Dennoch soll der Ausbau vorrangig auf Dächern und versiegelten Flächen erfolgen.

Wie sehen die kurz- und langfristigen Klimaziele des Burgenlands aus?

Vorrangiges Ziel ist die Klimaneutralität des Burgenlands bis 2050. Um dies erreichen zu können, wurde im Rahmen der burgenländischen Klima- und Energiestrategie ein Bündel an 75 Maßnahmen in den verschiedensten Bereichen – zum Beispiel Energieproduktion, Energieeffizienz, Mobilität, Landwirtschaft, Bildung, Abfallwirtschaft und so weiter – erarbeitet. Diese Ziele gilt es nun kurz-, mittel- und langfristig umzusetzen. Daran arbeiten wir täglich. Klimaschutz kann aber nur gelingen, wenn jeder seinen Beitrag im eigenen Wirkungsbereich leistet.

Vielen Dank für das Gespräch!

Infos zur Burgenländischen Klima- und Energiestrategie

www.wunderbar-erneuerbar.at